opportunus – Halloween

Heute das Thema: Halloween

In meiner neuen Reihe opportunus werde ich auf diverse heuchlerische, irrwitzige und sonstige Themen der heutigen Zeit eingehen.


Bald ist es wieder so weit. Die Zombies des Kapitalismus marschieren auf. Auf die wahren Ursprünge des Fests wird Fra. Trismestigos in den nächsten Tagen eingehen, von daher werde ich mich in diesem Artikel hier nicht allzu sehr darauf einlassen. Dennoch möchte ich erwähnen, wie absolut lächerlich es ist, auf die Ursprünge zu pochen um dieses Kapitalistenhochfest schönzureden, während man mit umweltschädlichen Plastikkürbistöpfen herumstolziert ohne zu wissen, dass es eigentlich dank einer Legende eines irischen Hufschmieds (welcher den Teufel austrickste und weder in den Himmel noch in die Hölle nach seinem Ableben konnte) dazu kam, dass man eine Rübe – keinen Kürbis! – mit einem Stück Kohle (welches laut Legende vom Höllenfeuer stammt) versah um böse Geister abzuschrecken.

In meinen Augen tut man den Iren unrecht, wenn man ihnen unterstellt, es sei ihrer Tradition geschuldet, dass man in der heutigen Zeit importierte Schrottware einhamstert und fremdes Eigentum – natürlich nur aus Spaß – zerstört. Nebenbei bemerkt, ist sowieso das einzig Gruselige an diesem Fest, dass es die Märkte geschafft haben, Menschen dazu zu bringen, dass diese mit Scheinargumenten die Gewinne auch noch freiwillig rechtfertigen. Ja genau die Märkte die diesen Spuk dank des zweiten Golfkriegs einführten, damit sie ihren Karnevalsschrott doch noch loswerden konnten. Wie gut für die Märkte, dass heutzutage wieder Karneval zusätzlich zu Halloween stattfindet. Ein Hoch auf die Ressourcenverschwendung!

Doppeldenk

In der heutigen Zeit wo es fast schon zum guten Ton gehört, dass jeder glutenunverträglich, laktoseintolerant, sowie vegan ist – einer Zeit wo auch Zucker als das absolut Böse verteufelt wird – finde ich es schon erstaunlich, dass gerade an diesem Tag all dies in Vergessenheit gerät. Ja sogar der eigene Familienhund darf sich nur noch von Äpfeln auf Reis ernähren, aber am Tag vor Allerheiligen, ist es durchaus legitim minderwertige Süßigkeiten, welche ganz „umweltfreundlich“ x-Mal wie eine Matroschkapuppe in Plastik verpackt wurden, in sich hineinzustopfen. Na ja, vielleicht habe ich es auch nur falsch verstanden und man möchte sich so den Toten einfach näher fühlen, wenn man sich unter anderem mit Mineralöl verseuchter Schokolade eindeckt, welches übrigens auch in teurer Bioschokolade steckt.

Das beliebte argumentum ad passiones derer, die das Konsumfest verteidigen lautet:

»Aber es macht den Kindern Spaß!«

Na dann ist doch alles ok, beglichen und bereinigt, wie beschmierte Hausfassaden, gesprengte Briefkästen, zerstörte Zäune, etc. Nur, weil es dem Kind Spaß macht, hat es alle Berechtigung der Welt. Denn Humor wird grundsätzlich von jedem anders definiert – so lange es nicht das eigene Eigentum betrifft versteht sich. Da schlagt der gemeine Durchschnittsbürger nämlich plötzlich eine gänzlich andere Seite ein und kommt mit Staranwälten – da man ja nicht mehr mit den eigenen Eltern drohen kann. Diese liegen nämlich am Friedhof, welchen man früher am 01.11. besuchte, um seinen Respekt zu zollen. An diesem Tag wird dafür der Kater ausgeschlafen, nach der peinlich-infantilen Fete im sexy Hexenkostüm, welches das restliche Jahr – übrigens zu Recht – als sexistisch eingestuft wird.

Und um noch kurz auf die Kinder zurückzukommen, was haben die Kinder eigentlich getan um ständig als politisches Mittel und Argument für die eigenen Ideologien herhalten zu müssen? Und bitte kommt nicht mit, die Kinder wollen das ja so. Es sind schließlich immer noch Erwachsene, die die Werbung schalten und ebenso Erwachsene, die ihre Kinder vor idiot boxen verrotten lassen.

Aha und was ist mit Weihnachten?!

Es tut mir herzlich leid, aber ich feiere auch kein Weihnachten – zumal ich keiner Sekte (auch keiner offiziellen) angehöre und ich auch hier den Konsumwahn absolut verabscheue. Zu dieser zombieapokalypsengleichen Veranstaltung werde ich allerdings auch noch gesondert um die Weihnachtszeit eingehen, keine Sorge!

Die Phrase, man bräuchte da ja nicht mitzumachen, empfinde ich übrigens als absolute Verhöhnung, da sie ja von denen stammt, die dann fröhlich an der Haustüre klopfen oder klingeln. Ich brauche zu Ostern keine Eier sammeln, ich brauche zu Weihnachten nicht rauszugehen, um mich von Horden Zombies an Wühltischen zertrampeln zu lassen, aber wie kann man sich effektiv vor Jehovas und seelenlosen, im Plastikkostüm gewandeten Schnorrern schützen?

Wer nicht mitmacht ist bloß ein Spießer!

Alles was nicht mit dem erzwungenen Kampfgelache, Vandalismusgruppenzwang und grundlosem Komagesaufe übereinstimmt ist spießig und geht in den Keller lachen. Es mag vielleicht gegen meine österreichischen Wurzeln sprechen, da ich solch einen nicht nach gut altösterr. Tradition besitze, aber dennoch welch Ironie, denn dank meines schwarzen Humors lache ich hier im obersten Stockwerk über die spießig-konforme Art und Weise sich, in von Kinderhänden hergestellten Halloween-Dekorationen präsentiert, wie eine Marionette benutzen zu lassen.

Wenn es nach mir ginge, könnten wir aber gerne noch einen Feiertag einführen. Wie wäre es mit den Iden des März? Erstechen wir uns doch alle ganz lustig, weil das hat ja was mit Geschichte zu tun, kommt erwiesenermaßen nicht aus Amerika und irgendwie hätte ich gerne einen Feiertag wo ich mit einer Toga herumlaufen kann und alles fertigmachen darf, was diesem Irrsinn nicht beiwohnt.

In diesem Sinne: Nichts ist wahr, alles ist erlaubt. Dies hier ist schlicht meine persönliche Betrachtung diverser Dinge. Du bist ein freier Mensch, entscheide selbst was du davon mitnimmst oder dalässt.

Soror Novus Noxa

3 Kommentare zu „opportunus – Halloween

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